Ukraine-Reise von Uwe Rittinghaus
Uwe Rittinghaus bat mich den folgenden Bericht in den Gemeindenews zu veröffentlichen:
Bericht von Uwe Rittighaus über seine Reise in die Ukraine vom 03. – 08.01.2026
Liebe Gemeinde,
hier eine Info zu meiner Fahrt in die Ukraine vom 03.01.2026 bis zum 08.01.2026.
Zuerst...ich bin zurück, gesund, aber voller Emotionen.
Im Dezember letzten Jahres wurde mir ein weiteres Auto für die Ukraine gespendet. Gebrauchte Autos werden dort zur Rettung von Menschen benötigt. Umso näher man an den Frontbereich kommt, desto mehr alte Autos mit ausländischen Kennzeichnen fahren durch die Gegend. Die Lebenserwartung dieser Autos beträgt aufgrund der Gefahrensituation oft nur wenige Wochen.
So reifte zeitnah auch der Entschluss, das Auto zu unseren Geschwistern in die Ukraine zu bringen. Um es vorwegzunehmen, das Auto ist in einem so guten Zustand, dass es jetzt in Sapporischschia von Pastor Gennadyi und seinen Helfern als Versorgungsfahrzeug für Binnenflüchtlinge und alte Menschen eingesetzt wird.
Wir, ein befreundeter Lüdenscheider und ich machten uns am 03.01 wieder auf die Fahrt in die Ukraine und das trotz schlechter Wettervorhersagen, denn der Rückflug für den 08.01 ab Rumänien war schon gebucht.
Bereits auf der Hinfahrt konnte zumindest ich schon wieder erfahren, dass für mich gebetet wird, denn das angekündigte schlechte Wetter kam uns hinterher und erreichte uns nicht. Für die Strecke von über 1300 km bis an die polnisch ukrainische Grenze brauchten wir nur 12 Stunden.
Das hat selbst unsere Geschwister dort überrascht und so mussten wir vor der Grenze gut 2 Stunden auf sie warten.
Nikolai, mein treuer Begleiter wenn ich in der Ukraine bin, hat sich bereit erklärt, das Auto für uns durch den Zoll zu bringen. Ihn hat das 16 Stunden seiner Lebenszeit gekostet.
Wir sind dann über die Grenze gelaufen, wo wir von unseren Geschwistern abgeholt wurden und haben im Ort hinter der Grenze übernachtet.
Zumindest habe ich das versucht, denn mein Begleiter machte sehr laute Geräusche beim Schlafen. Ich weiß, dass es Bären in den Karpaten gibt, aber ich hatte in der Nacht einen dieser Bären in meinem Zimmer.
Am nächsten Morgen ging es mit meinen Freunden in die Karpaten zum Waisenhaus Pilgrim. Sie hatten mir schon im Vorfeld mitgeteilt, dass ich nicht, wie im Sommer, nach Saporischschia sollte. Dort ist es im Moment einfach zu gefährlich, so ihre Aussage.
An der Grenze noch haben wir alles ausgeladen, was wir für die Kinder im Waisenhaus eingepackt hatten, der andere Teil blieb für Menschen in Saporischschia im Auto.
Zudem habe ich in den Tagen, wie im Juni letzten Jahres, von Spendengeldern für die Kinder im Waisenhaus aber auch andere Bedürftige eingekauft, was vor Ort dringend benötigt wird.
Es war wieder eine unglaubliche Zeit im Waisenhaus Pilgrim. Das Waisenhaus ist ein Ort der Geborgenheit und Liebe., so wie man ihn selten erlebt
Pastor Gennadyi, ist mein Hauptkontakt in der Ukraine. Er war Pastor einer Freikirche in Mariupoul und ist jetzt mit vielen Mitarbeitern Seelsorger an vorderster Front. Er ist ein Mensch mit großem Herzen , setzt sich ein für eine Welt für ohne Waisen ein und hat über 1000 Kinder durch seine Häuser gebracht. Über 40 Kinder haben seine Frau und er insgesamt adoptiert und das trotz eigener Kinder, Zur Erklärung: Alkohol – und Drogensucht ist besonders im Osten der Ukraine und in den russisch besetzten Gebieten weit verbreitet. Hier leben nicht nur Tiere, sondern auch Kinder auf der Straße und diese Kinder hat Gennadyi besonders im Focus
Ich habe noch nie solch einen Menschen erlebt. Noch im Herbst waren zwei neue Mädchen dort. Die Eltern schwere Alkoholiker, haben sie aufgegeben. Als ich ihn auf die Mädchen ansprach, sagt er: Bruder...ich glaube die adoptiere wir auch noch.
Jetzt ein Junge, ca. 10 Jahre alt, der erst jetzt lernt, seine Namen zu sprechen.
Bei den Geschichten, was Kinder erleben müssen, habe ich manches mal geweint.
Das Waisenhaus Pilgrim ist wirklich in jeder Hinsicht ein Ort der Liebe und von Respekt.
Die Geschwister in der Ukraine sind unglaublich dankbar für alle Hilfe, die sie auch in großem Stil an andere weitergeben. Es ist unglaublich, was Gott bewegt und ich darf sein Werkzeug sein.
Wie gesagt, war der Rückflug von Rumänien aus für den 08.01 gebucht. Für mich wieder eine schlaflose Nacht und diesmal am Flughafen.
Gott hat alles vorbereitet und geplant. Er hat mich durch euer Gebet bewahrt, denn auch zur Zeit der Rückreise galt die höchste Warnstufe in allen Landesteilen der Ukraine. Ich glaube, alle haben die Nachrichten diese Woche mitbekommen.
Euer Gebet und der Segen der Gemeindeleitung haben mich bewahrt. Wir haben nichts von der Situation erleben müssen.
Ich bedanke mich von ganzem Herzen für alles Beten für mich und auch für den Segen der Gemeindeleitung.
Ohne Gottes Segen und ohne euer Gebet, könnte ich diese Hilfen nicht leisten.
Wer sich praktisch oder durch Geld- oder Sachspenden an der Hilfe für notleidende Menschen in der Ukraine beteiligen möchte, kann mich jederzeit gern ansprechen. In Bezug auf immer wieder benötigte Sachspenden existiert eine Liste, die ich euch auf Wunsch gern zur Verfügung stelle.
Vielen Dank für alle bisherige und auch zukünftige Unterstützung.
Uwe Rittinghaus